Gewässer · Havelland
(mit Strengsee und Moorsee)
386 Hektar Wasser — 2 Beobachtungspunkte, 5 Touren am Ufer.
Wasserfläche
386ha
nach Geodaten (GIS)
Uferlinie
22km
Umfang der Fläche
Typ
See
Der Rietzer See bildet zusammen mit dem Streng, dem Moorsee, dem Netzener See und den angrenzenden Niederungsflächen eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Brandenburgs. Der langgestreckte Flachsee liegt südöstlich von Brandenburg an der Havel in der eiszeitlich entstandenen Emster Rinne und wird vom Emsterkanal durchflossen, der den Netzener See mit der Havel verbindet.
Offene Wasserflächen wechseln hier mit ausgedehnten Röhrichten, Feuchtwiesen, Niedermooren und zeitweise überfluteten Niederungen. Die Grenzen zwischen See und Land sind vielerorts fließend, da breite Verlandungszonen den Charakter der Landschaft prägen. Gemeinsam bilden Rietzer See, Streng und die angrenzenden Feuchtgebiete das rund 1.130 Hektar große Naturschutz- und Europäische Vogelschutzgebiet „Rietzer See“. Besonders bemerkenswert sind die Binnensalzstellen mit ihren seltenen salzliebenden Pflanzen sowie die Sandtrockenrasen am Holzberg.
Touren
Ein durchgehender Uferweg um den Rietzer See besteht nicht. Große Teile der Ufer werden von Röhrichten, Moorwiesen und vernässten Schutzflächen eingenommen und dürfen nicht betreten werden. Die Landschaft erschließt sich deshalb über mehrere Wege und Rundtouren zwischen Rietz, Trechwitz, Schenkenberg und Netzen.
Besonders gut zugänglich ist der Streng zwischen Netzener und Rietzer See. Mehrere Wander- und Wirtschaftswege durchziehen hier die Niederung und führen zu Beobachtungspunkten, wiedervernässten Wiesen und offenen Wasserflächen. Vom Aussichtsturm östlich von Netzen reicht der Blick weit über das Feuchtgebiet. Auch der Aussichtsturm bei Rietz bietet eindrucksvolle Ausblicke über die Röhrichte und Verlandungszonen. Die Wege eignen sich überwiegend zum Wandern; viele Abschnitte können auch mit dem Fahrrad befahren werden.
Vogelbeobachtung
Der Rietzer See zählt zu den bedeutendsten Brut- und Rastgebieten für Wasser-, Wat-, Wiesen- und Schilfvögel in Brandenburg. Seit Jahrzehnten werden hier Vogelbestände erfasst. Im gesamten Schutzgebiet wurden inzwischen mehr als 260 Vogelarten nachgewiesen, darunter zahlreiche Brutvögel der Röhrichte, Flachgewässer und Feuchtwiesen. Zu den charakteristischen Arten gehören unter anderem Rohrdommel, Zwergdommel, Knäkente, Schilfrohrsänger, Eisvogel und Rotmilan. Seeadler können ganzjährig, Fischadler vor allem vom Frühjahr bis zum Herbst beobachtet werden.
Von besonderer Bedeutung ist der Streng zwischen Rietzer und Netzener See. Die nach der Wiedervernässung entstandenen Flachgewässer entwickelten sich zu einem wichtigen Brutgebiet für Enten und Schwarzhalstaucher. Deren Kolonie zählte zeitweise zu den größten in Deutschland, unterliegt jedoch erheblichen jährlichen Schwankungen. Während des Vogelzuges rasten hier zahlreiche Enten, Limikolen, Möwen und Seeschwalben. Im Herbst nutzen Tausende Grau-, Saat- und Blässgänse sowie zeitweise mehrere Tausend Kraniche die Niederung als Rast- und Schlafplatz.
Gute Beobachtungsmöglichkeiten bieten der Aussichtsturm bei Rietz und der Vogelbeobachtungsturm am Streng östlich von Netzen. Besonders eindrucksvoll sind die Morgen- und Abendstunden, wenn Gänse und Kraniche ihre Schlafplätze verlassen oder anfliegen.
Beobachtungspunkt am Rietzer See.
Beobachtungspunkt am Rietzer See.
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