Wanderung

Buckower Pilgerweg

Länge
3,2 km
Dauer
1:00 h
Start & Ziel
Wallfahrtskirche zu Buckow
GPX

Beschreibung

Das Westhavelland ist ein eigensinniges Stück Erde – geprägt von Sümpfen, und Mooren , die sich seit der Eiszeit dem Zugriff des Menschen widersetzten. Nur die sanften Erhebungen, die aus den feuchten Niederungen herausragten, waren bewirtschaftbar. Eine dieser Inseln ist Buckow im Havelland, früher nur über einen schmalen Damm erreichbar und lange Zeit vom Wasser umgeben. Nach der gewaltsamen Christianisierung der Region durch Albrecht den Bären im 12. Jahrhundert entstand hier eine erste Siedlung germanischer Prägung. Im 14. Jahrhundert wurde die heutige Wallfahrtskirche errichtet – finanziert durch Ablassgelder und inspiriert von einer wundersamen Hostie, die in der alten Dorfkirche Blutspuren gezeigt haben soll.

Fackeln im Turm wiesen einst den Pilgern den Weg durch das nächtliche Moor, und auch heute noch beginnt hier ein ganz besonderer Pfad: der Pilgerweg von Buckow. Er führt westwärts durch lichte Haine aus Kiefern, Birken und Eichen – sechs Stationen säumen den Weg, jede mit tiefem Bezug zur Landschaft. Wer den Flyer aus dem Kasten an der Kirche mitnimmt, erfährt nicht nur von Eis, Wasser und Sand, sondern auch von Kampf, Glück, Erde und Feuer – die großen Kräfte, die das Land geformt haben. Der Weg ist mehr als ein Spaziergang: Er ist eine Einladung, die Geschichte zu betreten und die stille Würde dieser Landschaft zu entdecken.

Denn das Havelländische Luch, so karg und schwer zu bestellen, ist doch ein weiter Raum von stiller Schönheit. Saure Böden ließen hier nie reichen Ertrag zu, aber das Grünland blüht – ein unendliches Meer aus Halmen und Blüten, durchzogen von schmalen Wegen und unterbrochen nur vom Flug der Vögel. Für Ornithologen ist die Region ein verborgener Schatz: Hier in der Nähe balzen im Frühjahr die seltenen Großtrappen – mit aufgestelltem Gefieder und weißem Bauch wirken sie wie vergessene Geschöpfe aus einem anderen Zeitalter. Wer im Mai zur rechten Stunde kommt, erlebt ihr Schauspiel als wortlosen Höhepunkt dieser Wanderung.

An Station 4 – sie trägt den Titel Glück – wartet eine Bank mit weitem Blick über das weidende Grasmeer. Man sitzt, hört das Zirpen der Grillen, das Rufen der Lerchen, und glaubt für einen Moment, dass die Erde flach ist – denn hier scheint sie zu enden. Der Horizont verschmilzt mit dem Himmel, die Gedanken schweigen. Am Ende dieses Weges ist man nicht nur anders gegangen, sondern auch anders angekommen.

Landschaften

Havelländisches Luch

Das Havelländische Luch ist eine faszinierende Weitenlandschaft, die einst von Sümpfen und Mooren geprägt war. Heute ist es eines der wichtigsten Schutzgebiete für die seltene Großtrappe, deren Balzspiel ein spektakulärer Anblick ist. Historische Dörfer wie Buckow, einst auf kleinen Inseln im Moor erbaut, zeugen von der langen Geschichte dieser einzigartigen Landschaft.

Tour Charakter

Biotope

32% Wälder
34% Fluren
17% Felder
17% Orte

Naturschutzgebiete

Karte & Tourverlauf

Wallfahrtskirche zu Buckow
1
Details
Kilometer: 0,0
Infopunkt 1
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Kilometer: 0,8
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Kilometer: 1,1
Infopunkt 3
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Kilometer: 1,3
Infopunkt 4
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Kilometer: 1,8
Infopunkt 5
6
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Kilometer: 2,0
Infopunkt 6
7
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Kilometer: 2,3

Impressionen

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Wallfahrtskirche Buckow
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Wallfahrtskirche Buckow
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Infopunkt 6
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Keine Beschreibung vorhanden
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Wallfahrtskirche zu Buckow
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Infopunkt 2
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Das Märkische Luch im Mittelalter
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Keine Beschreibung vorhanden

Biotopstruktur auf der Tour

Prozent Typ Länge (km) Flächenart
30,7 % Feuchtwiesen und Feuchtweiden

1,9

051
25,2 % Nadelholzforste (weitgehend naturferne Forste)

1,5

084
17,2 % Äcker

1,1

091
11,8 % Kerngebiet, Wohn- und Mischgebiet

0,7

122
3,0 % Landwirtschaft und Tierhaltung

0,2

124
2,9 % Parkanlagen und Friedhöfe (incl. Friedhofsbrachen)

0,2

101
2,9 % Nadelholzforste mit Laubholzarten (naturferne Forste)

0,2

086
2,2 % Laubholzforste (weitgehend naturferne Forste und aus Sukzession hervorgegangene Wälder mit nicht heimischen Holzarten)

0,1

083
1,9 % flächige Laubgebüsche

0,1

071
1,0 % anthropogene Sonderflächen

0,1

127
0,9 % Industrie-, Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsflächen, Gemeinbedarfsflächen

0,1

123
0,3 % Sonderformen der Bauflächen

0,0

128
0,1 % ruderale Pionier-, Gras- und Staudenfluren

0,0

032
Für den Bezug der Geodaten der NSG und Gewässer, Biotopklassifikationen und weiterer Daten siehe Literatur/Quellen