Slawische Siedlungsgeschichte
Die in der archäologischen-landesgeschichtlichen Forschung oft als ›Slawenzeit‹ bezeichnete Epoche zwischen dem 7./8. und 12./13. nachchristlichen Jahrhundert währte gut 500 Jahre.
Die slawische Epoche endete mit der Einwanderung deutscher, niederländischer und flämischer Siedler. Die ehemals dort ansässigen Germanen hatten als Folge der Umbrüche zu Zeiten der Völkerwanderung die Gebiete verlassen; die Slawen wiederum wanderten aus dem heutigen Raum der Ukraine, Weissrussland ein.
Die Slawen fanden eine nahezu menschenleere Landschaft vor. Die Einwanderung erfolgte dabei nicht als große Welle, sondern in Form von kleinen Gruppen und Familienverbänden und dauerte über 100 Jahre.
Slawische/polabische Sprache. Im Spreewald lebt die slawische Sprache fort (Sorben).
Die Slawen befassten sich vorrangig mit Ackerbau, Viehzucht, Jagd und Fischerei und legten ihre Siedlungen gerne an Jagdgründen und Gewässern an.
Slawenburgen
Die anfänglichen Siedlungen waren unbefestigt, erst mit dem Aufschwung des Ostseehandels, der sich auch auf die Flüsse im heutigen Ostdeutschland erstreckte, wurden Metallwaren importiert und im Siedlungsraum entstanden Machtstrukturen - die ersten Burgwälle zur Absicherung der Siedlungen wurden errichtet.
Bei den in Brandenburg und Havelland ansässigen Slawen handelte es sich um die Heveller, ein Stamm der Westslawen, die die Polabische Sprache benutzten.
Heveller
Die Heveller waren eine westslawische Volksgruppe, die im Frühmittelalter im Gebiet des heutigen Brandenburgs ansässig war. Sie lebten entlang der Havel und prägten die Region kulturell und wirtschaftlich. Im Zuge der deutschen Ostexpansion wurden die Heveller ab dem 12. Jahrhundert von den deutschen Siedlern assimiliert. Ihre kulturellen Einflüsse sind jedoch in der Region bis heute spürbar.
Polabische Sprache
Die polabische Sprache war eine westslawische Sprache, die einst von den Polaben gesprochen wurde, einer slawischen Volksgruppe, die im Mittelalter in Teilen Norddeutschlands lebte. Diese Sprache war eng mit dem Alttschechischen und dem Polnischen verwandt. Während des Mittelalters war das Polabische in Regionen wie der heutigen Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen verbreitet. Mit dem Einfluss des Deutschen und dem Niedergang der polabischen Kultur im späten Mittelalter geriet die Sprache in den Hintergrund. Heute erinnern viele Ortsnamen an die slawische Geschichte.